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09 November 2017

Intersex in offizielle Papiere eintragen ist das eine, aber eigendlich muss man die Sprache deutlich erweitern.

Die deutsche Deklination beschreibt eine Abteilung von Regeln der Formenbildung innerhalb der gegenwärtigen deutsche Grammatik. Allgemein gesprochen bezeichnet der Begriff Deklination (als Gegenbegriff zu Konjugation) die Flexion der nominalen Wortarten gemäß den grammatischen Merkmalen

  1. Kasus (Fall): (Beispiele) Nominativ (Wer-Fall), Akkusativ (Wen-Fall), Genitiv (Wes[sen]-Fall), Dativ (Wem-Fall)
  2. Numerus (Zahl): (Beispiele) Singular (Einzahl) und Plural (Mehrzahl)
  3. Genus (Geschlecht): maskulin (männlich), feminin (weiblich), neutral (sächlich).

Und hier kommt das gestrige Urteil des Bundesverfassungsgericht über intersexuelle Menschen ins Spiel. Ein drittes Geschlecht im Geburtsregister ist ja einfach, aber wie soll man dann die Sätze bilden. Natürlich braucht man erst mal einen Begriff für das dritte Geschlecht. Am einfachsten ist das mit den Symbolen. im Unicode gibt es das passende Symbol ⚥ schon welches ♂ nämlich und ♀ weiblich ergänzt. Der Satz "Ich bin ein Mann" bzw "Ich bin eine Frau" braucht eine Analogon. "Ich bin ... Inter" wäre das Analogon wenn das dritte Geschlecht Inter heißen würde. Da "e" und "r" in der Deklination eine wesentliche Rolle spielen halte ich das für eine suboptimale Idee. Ich habe verschiedene Begriffe welche für Unklarheiten stechen ins Lateinische und Griechische übersetzen lassen und nach was wohlklingendes gesucht. Ich habe mich für diesen Vorschlag für "Oculor" als Derivat von Oculorum (Lateinisch verwischt) entschieden.

Symbol Bezeichnung Adjektiv Beispiele
Maskulin Mann männlich Mann sein ist cool.
Eine männliche Person zu sein ist einfach!
Feminin Frau weiblich Frau sein ist cool.
Eine weibliche Person zu sein ist einfach!
Intersex Oculor oculich Oculor sein ist jetzt auch cool
Eine oculiche Person zu sein wird jetzt hoffentlich auch einfach!

Schon der einfache Satz "Ich bin eine Frau" respektive "Ich bin ein Mann" zeigt ein Problem: Welches Geschlecht in der Deklination soll Oculor haben? Ein neues Wort - zum Beispiel für eine neue Technologie - bekommt gemäß Sprachkonvention ein männliches Geschlecht. Das ist aber genau das was laut Urteil eben nicht sein soll. Man könnte jetzt auf das Sächliche ausweichen, so wie beim Kind. "Der Mann sieht Fern, die Frau liest, das Kind hört Musik". Würde man das machen, dann würde man intersexuellen Menschen aber unterstellen, das Sie nicht erwachsen werden. Ist irgendwie auch nicht das Ware. Wenn man die Sprache komplett desexualisieren würde, dann müssten sich aber alle Leute umstellen. Das kann man als Unrealistisch vergessen. Also muss im Grunde genommen nicht nur das Geburtsregister geändert werden sondern das dritte Geschlecht durch alle Deklinationstabellen gezogen werden und sinnvoll klingende Erweiterungen gefunden werden. Los geht es mit dem Text über die Deklination aus der Wikipedia, wobei immer dann eine Erweiterung fällig ist wenn exakt zwischen männlich, weiblich und sächlich unterschieden wird. Sind Zwei der Klassen zusammengefasst, so soll die neue Klasse in diesem Versuch auch dem Verbund angehören, wobei es neben maskulin (männlich), feminin (weiblich) und neutral (sächlich) nun auch intersex (oculich) gibt:


Neue deutsche Deklination

Die deklinierbaren Wortarten, die Nomina im weitesten Sinne, lauten nach traditioneller Einteilung: Substantiv (Hauptwort), Adjektiv (Eigenschaftswort, Beiwort), Pronomen (Fürwort) (ein Pronomen / mehrere Pronomina oder Pronomen), Nomen numerale (Zahlnennwort) bzw. kurz Numerale (Zahlwort) (ein Numerale / mehrere Numeralia oder Numeralien) und Artikel (Geschlechtswort, Begleiter) (bzw. nach der Fünf-Wortarten-Lehre nur Substantiv, Adjektiv und Pronomen).

Diejenigen deklinierbaren Wortarten, die in einem Satz zu einem Substantiv gehören, stehen mit ihm in KNG-Kongruenz: sie folgen ihm im Kasus, Numerus und Genus nach. Die Deklination ist neben der Konjugation eine Form der Flexion, der Veränderbarkeit der Wörter oder Wortarten.

Die Deklination im Deutschen geschieht mithilfe von Endungen (Suffixen), die an Nomina angehängt werden (Haus, Haus-es, Haus-e, Häus-er, Häus-ern); bei einigen dieser Endungen muss der betonte Vokal bei gewissen deutschen Nomina umgelautet werden (Haus – Häuser, Vater – Väter). Je nach Beschaffenheit des Wortstamms können Endungen auch vollständig weggefallen sein (ein Fenster – viele Fenster), eventueller Umlaut ist dabei erhalten geblieben (der Boden – die Böden).

Durch Verschmelzungen mit dem Wortstamm in früheren Sprachepochen zerfiel die Flexion der Substantive in mehrere Klassen mit unterschiedlichen Endungen. Adjektive und Pronomina haben dagegen ihre eigenen Endungen.

Substantive

Starke, schwache und gemischte Deklinationen von Substantiven

In der Grammatiktradition nach Jacob Grimm wird zwischen starker, schwacher und gemischter Deklination von Substantiven unterschieden. Die Zuordnung der Substantive zu diesen Klassen erfolgt anhand der Endung im Genitiv Singular und im Nominativ Plural.

Genitiv Singular Nominativ Plural Klasse Beispiele
Maskulina, Oculina und Neutra (männliche, oculiche und sächliche Hauptwörter)
-(e)s
d.h. -s oder -es
[a]: kein -(e)n
oder [b]: -e, -er, -s oder keine Endung
oder [c]: -e, -er oder endungslos
stark Tag, Rat, Lehrer; Jahr, Rad
nach [a] und [b], nicht nach [c]: Akku
-(e)n -(e)n schwach Mensch, Prinz, Hase
Anmerkung: Hier gibt es keine Neutra
-(e)s -(e)n gemischt Staat; Auge
-(e)ns -(e)n nicht klassifiziert Buchstabe
Feminina (weibliche Hauptwörter)
- -(e)n [A]: schwach
oder [B]: gemischt
Frau
- [a]: kein -(e)n
oder [b]: -e, -er, -s oder keine Endung
oder [c]: -e, -er oder endungslos
stark Gans, Hand; Mutter *
nach [a] und [b], nicht nach [c]: Kamera; Mutti, Oma *

Anmerkungen:

  • * Die Klassifizierung erfolgt ungeachtet der Endung -s, die im Genitiv Singular auftreten kann, wie in Mutters Geburtstag[1] und Omas Klamottenkiste[2].
  • Maskulina und Neutra mit Genitiv Singular -s und Nominativ Plural -s (Beispiel: Akku) und Feminina mit Genitiv - und Plural -s (Beispiel: Kamera) gehören nach [a] (so bei Hentschel & Weydt, Roeckel) und [b] (so bei Pons: Die große Grammatik Deutsch) zu den starken Substantiven, nach [c] (so bei Pons: Zweifelsfrei Deutsch Grammatik und Pons: Perfektes Deutsch) sind sie nicht klassifiziert.
  • Feminina mit Genitiv Singular - und Nominativ Plural -(e)n gehören nach [A] (so bei Pons: Zweifelsfrei Deutsch Grammatik, Pons: Perfektes Deutsch und Pons: Die große Grammatik Deutsch) zu den schwachen Substantiven, nach [B] (so bei Hennings) zu den gemischten.

Diese Unterscheidung von starken, schwachen und gemischten Deklinationen von Substantiven ist jedoch nicht unumstritten, besonders bezüglich der Feminina.[3][4][5][6]

Starke Deklinationen werden in diesem Artikel mit „S“ für englisch strong = stark und schwache und gemischte mit „W“ für weak = schwach bezeichnet.

Grundsätze

Im Allgemeinen gelten folgende Grundsätze für die Deklination aller Substantive:

  • Feminina sind im Singular in der Regel unveränderlich. Ausgenommen sind Eigennamen, sowie die Wörter Mama, Mami, Mutti, Oma, Omi. Bei den letztgenannten Wörtern gibt es Genitive wie die Tasche der Mama als auch Mamas Tasche.[7]
  • Im Plural sind Nominativ, Genitiv und Akkusativ stets identisch: die Tage, der Tage, die Tage.
  • Bei Feminina und Neutra sind, in Singular und Plural, jeweils Nominativ und Akkusativ stets identisch.
  • Die Dativ-Singular-Endung -e in einigen Klassen wird heute kaum noch verwendet.
  • Es gibt folgende Endungen: -(e), -(e)n, -(e)r, -(e)s. Bei starken Substantiven ist der Dativ Plural und, bei Maskulina und Neutra, der Genitiv Singular am deutlichsten erkennbar.

Für Substantive, deren Wortstamm auf unbetontes -e, -el, -en, -er endet, gilt Folgendes:

  • Diese Substantive werden nie nach S2 dekliniert, haben also nie die Endung -er.
  • Alle angehängten Endungen verlieren ihr „e“, die Endungen sind also: -, -n, -s.

Durch die geringe Zahl an Endungen ist der Kasus eines Substantives häufig nur durch zusätzliche Artikel oder andere Attribute bestimmbar (zum Beispiel: der Sockel, dem Sockel, den Sockel, die Sockel).

Einige Wörter haben mehrere verschiedene Pluralformen, und bei einigen dieser Wörter sind die unterschiedlichen Pluralformen mit unterschiedlichen Bedeutungen verbunden.

  • Wort: Wörter sind Vokabeln aus einem Wörterbuch, Worte ist eine sorgfältige Aneinanderreihung von Einzelwörtern (er machte nicht viele Worte, die Worte des Dichters).
  • Bank: Bänke sind Sitzgelegenheiten, Banken sind Geldinstitute.

Zugehörigkeit und Übersicht

Ein Substantiv an sich gibt keine Auskunft über die Zugehörigkeit zu einer Beugungsklasse. Im Allgemeinen lässt sich jedoch feststellen, dass

  • Substantive auf unbetontes -e sowie die meisten Feminina meist nach W1/W2 dekliniert werden
  • Substantive auf unbetontes -en meist nach S5/S6 dekliniert werden
  • Substantive auf unbetontes -el, -er meist nach S5/S6 dekliniert werden, wenn sie maskulin/neutral sind, bzw. nach W2, wenn sie feminin sind
  • Feminina nur nach S3 oder W2 flektiert werden können (Ausnahmen: Mutter und Tochter nach S5)

Die Deklinationsklassen lassen sich zusammenfassen als

  • e-Klasse, der Plural endet auf -e, Umlaut bei S1/S3/S5, kein Umlaut bei S4/S6
  • er-Klasse, der Plural endet auf -er, immer mit Umlaut, Klasse S2
  • en-Klasse, der Plural endet auf -(e)n, ohne Umlaut, Klassen W1/W2
  • Mischklasse, W3 und W4
Kasus
e-Klasse
e-Klasse
ohne „e“
er-Klasse
en-Klasse
en-Klasse
ohne „e“
Tag (mask.) Sockel (mask.) Haus (neutr.) Mensch (mask.) Traube (fem.)
Nominativ Singular
der Tag der Sockel das Haus der Mensch die Traube
Akkusativ Singular
den Tag den Sockel das Haus den Menschen die Traube
Genitiv Singular
des Tages des Sockels des Hauses des Menschen der Traube
Dativ Singular
dem Tage dem Sockel dem Hause dem Menschen der Traube
Nominativ Plural
die Tage die Sockel die Häuser die Menschen die Trauben
Akkusativ Plural
die Tage die Sockel die Häuser die Menschen die Trauben
Genitiv Plural
der Tage der Sockel der Häuser der Menschen der Trauben
Dativ Plural
den Tagen den Sockeln den Häusern den Menschen den Trauben

Starke Deklination

  • Nominativ und Akkusativ sind stets identisch.
  • Der Genitiv Singular Maskulinum/Neutrum endet auf -(e)s.
  • Der Dativ Singular Maskulinum/Neutrum kann auf -e enden.
  • Im Plural tritt bei vielen Substantiven aller drei Geschlechter ein Umlaut auf (a > ä, aa > ä, au > äu, o > ö, u > ü). Umgelautete Doppelvokale werden gekürzt geschrieben (z. B. Saal – Säle). Substantive, die kein a, o, u als Stammvokal haben, können nicht umgelautet werden (z. B. Brett – Bretter; die Pluralendung -er steht immer mit Umlaut).

Starke Deklinationsklassen beruhen, historisch betrachtet, auf den urgermanischen Klassen mit stammbildendem Themavokal. Es wurde unterschieden zwischen a-, i-, o- und u-Stämmen. Zu den o-Stämmen gehörten nur Feminina, zu den a-Stämmen nur Maskulina und Neutra. Seit mittelhochdeutscher Zeit werden alle ehemaligen u-Stämme wie Substantive aus irgendeiner anderen Klasse behandelt.

Da alle auslautenden Vokale im Mittelhochdeutschen zu schwachem e abgeschwächt wurden, gibt es zwischen diesen beiden Klassen heute keinen Unterschied mehr – bis auf den Umlaut im Plural. Beispiel: im Singular Tag – Tages – Tage – Tag und Gast – Gastes – Gaste – Gast (die Endungen sind identisch), im Plural aber Tage – Tagen gegenüber „Gäste – Gästen“ (identische Endungen, aber Umlaut bei Gast). Tag war also ein alter a-Stamm (gotisch Dativ Plural dagam, deutsch: Tagen), während Gast ein alter i-Stamm war (gotisch Dativ Plural gastim, deutsch: Gästen). Man muss also bei jedem Substantiv die Pluralform mitlernen, da es aus dem Wortstamm selber nicht mehr ersichtlich ist, ob es ehemals ein a- oder i-Stamm gewesen ist.

Die Bildung nach den o-Stämmen ist in frühneuhochdeutscher Zeit verloren gegangen, die meisten betroffenen Substantive werden heute schwach dekliniert. Die Endung -er (mit Umlaut) tritt erstmals im Althochdeutschen bei ein paar vereinzelten Neutra zur Pluralbildung auf. Später wurde es auf einen Großteil aller Neutra und einige Maskulina ausgedehnt.

Die Klassen S1, S2 und S4 sind den Maskulina und Neutra vorbehalten, die Klasse S3 den Feminina.

S1: Umlaut + e (m./i./n.)

Zu dieser Klasse gehören viele Maskulina und einige Neutra.

Schema S1: -(e)s, -¨e
Kasus
Singular
Plural
Nominativ
der Baum die Bäume
Akkusativ
den Baum die Bäume
Genitiv
des Baum(e)s der Bäume
Dativ
dem Baum(e) den Bäumen

Beispiele für Maskulina: Bach, Napf, Zahn, Hof …

Beispiel für Neutra: Floß …

S2: Umlaut + er

In dieser Klasse sind alle Maskulina und Neutra vertreten, die im Plural einen Umlaut sowie das Endungsmorphem -er aufweisen.

Schema S2: -(e)s, -¨er
Kasus
Singular
Plural
Nominativ
der Wald die Wälder
Akkusativ
den Wald die Wälder
Genitiv
des Wald(e)s der Wälder
Dativ
dem Wald(e) den Wäldern
  • Beispiele für Maskulina: Mund, Rand, Strauch, Wurm …
  • Beispiele für Neutra: Amt, Blatt, Loch, Holz …

S3: Umlaut + e (f.)

Zu dieser Klasse gehören etwa 40 feminine Substantive in nicht-zusammengesetzter Form.

Schema S3: -, -¨e
Kasus
Singular
Plural
Nominativ
die Frucht die Früchte
Akkusativ
die Frucht die Früchte
Genitiv
der Frucht der Früchte
Dativ
der Frucht den Früchten

Beispiele: Angst, Ankunft, Ausflucht, Axt, Bank (zum Sitzen), Braut, Brunft, Brunst, Brust, Faust, Frucht, Gans, Geschwulst (f. (auch n.); auch mit der Pluralform Geschwulste), Gruft, Hand, Haut, Kluft, Kraft, Kuh, Kunst, Laus, Luft, Lust, Macht, Magd, Maus, Nacht, Naht, Not, Nuss, Sau (auch mit der Pluralform Sauen), Schlucht (auch mit der Pluralform Schluchten), Schnur, Schoß (Frauenrock; auch mit der Pluralform Schoßen), Stadt, -statt (z. B. Schlafstatt; auch mit der Pluralform -stätten),[8] Sucht, Wand, Wulst (f. (auch m.)), Wurst, Zunft.

S4: -e (ohne Umlaut)

Die Maskulina und Neutra dieser Klasse flektieren wie diejenigen aus S1, sie haben im Plural jedoch keinen Umlaut.

Schema S4: -(e)s, -e
Kasus
Singular
Plural
Nominativ
das Schaf die Schafe
Akkusativ
das Schaf die Schafe
Genitiv
des Schaf(e)s der Schafe
Dativ
dem Schaf(e) den Schafen
  • Beispiele für Maskulina: Bau (Höhle, Unterschlupf), Berg, Docht, Fisch, Gurt …
  • Beispiele für Neutra: Bein, Brot, Kamel, Pferd …

Hierzu gehören alle Substantive auf -ment, z. B. Pergament, Testament

S5: Umlaut ohne Endung

Zu dieser Klasse gehören vor allem Maskulina auf -el, -en, -er sowie zwei Feminina auf -er:

Schema S5: -s, -¨
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
der Boden die Böden die Mutter die Mütter
Akkusativ
den Boden die Böden die Mutter die Mütter
Genitiv
des Bodens der Böden der Mutter der Mütter
Dativ
dem Boden den Böden der Mutter den Müttern
  • Anmerkung: Mutter kann im Genitiv Singular auch s annehmen, beispielsweise bei Mutters Geburtstag[9].
  • Beispiele für Maskulina: Boden, Bogen, Faden, Hafen …
  • Beispiel für Neutra: Kloster …

Hierzu gehören die Verwandtschaftsnamen, Überbleibsel der indogermanischen r-Stämme:

Maskulin: Bruder, Vater
Feminin: Mutter, Tochter
'Schwester' wird schwach dekliniert.

S6: unveränderter Plural

Zu dieser Klasse gehören vor allem Maskulina und Neutra auf -el, -er; die einzigen Endungen sind -s im Genitiv Singular und -n im Dativ Plural.

Schema S6: -s, -
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
der Jäger die Jäger das Opfer die Opfer
Akkusativ
den Jäger die Jäger das Opfer die Opfer
Genitiv
des Jägers der Jäger des Opfers der Opfer
Dativ
dem Jäger den Jägern dem Opfer den Opfern
  • Beispiele für Maskulina: Bürger, Gegner, Meister, Artikel, Teufel …
  • Beispiele für Neutra: Fenster, Feuer, Rudel, Segel …

Hierher gehören fast alle Täterbezeichnungen, sowie viele Bezeichnungen von Völkern: Bäcker, Jäger, Afrikaner, Engländer, Australier …

Schwache und gemischte Deklination

Die schwachen Klassen haben sich aus den urgermanischen n-Stämmen entwickelt, also Substantiven, deren Wortstamm ursprünglich auf -n- endete. Dieses -n- ist teilweise bis heute in der Deklination zu erkennen. Im Germanischen wurden an-, in- und on-Stämme unterschieden – wie bei den a-, i- und o-Stämmen der starken Deklination waren an-Stämme für Maskulina und Neutra, on-Stämme für Feminina vorbehalten; zu den in-Stämmen zählen nur Abstrakta aus Adjektiven (z. B. Höhe, Größe, Länge ). Der einzige Unterschied zu den starken Klassen ist hier, dass alle umlautfähigen in-Stämme den Umlaut auch im Singular haben.

Die Endung -en entspricht eigentlich dem ursprünglichen Wortstamm, alle nachfolgenden Endungen sind jedoch weggefallen. (Als Beispiel diene die gotische Deklinationsreihe hraba – hrabins – hrabin – hraban – hrabans – hrabane – hrabam – hrabans: der ersten Form hraba entspricht im Neuhochdeutschen Rabe, alle anderen Formen erscheinen vereinfacht zu Raben).

W1: -(e)n (m./i./n.)

Schema W1: -(e)n, -(e)n
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
der Bär die Bären der Bauer die Bauern
Akkusativ
den Bären die Bären den Bauern die Bauern
Genitiv
des Bären der Bären des Bauern der Bauern
Dativ
dem Bären den Bären dem Bauern den Bauern
  • Substantive dieser Klasse werden im Singular umgangssprachlich manchmal stark dekliniert, bei Substantiven auf -e ist das jedoch meist nicht der Fall (umgangssprachliche Beispiele: „dem Bär <> dem Raben, den Bär <> den Raben“, „des Bärs <> des Raben“).
  • Beispiele für Maskulina: Bär, Mensch, Held, Herr (Genitiv: Herrn oder selten Herren, Plural Herren), Fürst, Graf, Prinz, Zar, Welf, Schenk, Hirt, Schultheiß, Spatz, Fink, Pfau, Greif, Leu, Narr, Tor, Depp, Geck, Mohr, Oberst, Untertan, Vorfahr, Ahn, Typ, Graph, Tyrann, Kamerad; Bote, Rabe, Löwe, Welpe …

Hierher gehören alle Zugehörigkeitsbezeichnungen mit den folgenden Endungen (Suffixen):

-ade: Nomade
-ale (m.): Kannibale, Rivale, Wandale
-and: Proband
-ant: Demonstrant, Elefant, Gigant, Informant, Mandant, Musikant, Mutant, Passant, Protestant, Sextant, Trabant
-arch: Anarch, Monarch, Oligarch
-at: Autokrat, Automat, Demokrat, Diplomat, Kastrat, Magnat, Pirat, Prälat, Primat (Säugetier), Soldat
-ent: Abiturient, Dozent, Klient, Konkurrent, Kontrahent, Präsident, Student
-et: Exeget, Komet, Magnet, Planet, Prophet
-isk: Obelisk
-ist: Anarchist, Artist, Buddhist, Christ
-ik: Katholik
-it: Alewit, Eremit, Jemenit, Schiit, Sunnit, Wahhabit
-one: Mormone, Ottone
-ot: Chaot, Idiot
-und: Vagabund

Weiter alle Bezeichnungen auf -graph/-graf, -loge, -nom und -soph:

Biograph, Digraph, Geograph, Photograph/Fotograf
Astrologe, Biologe, Geologe, Neurologe, Philologe, Psychologe
Astronom, Ökonom, Taxonom
Philosoph, Theosoph

Hierher gehört auch ein Großteil der Bezeichnungen für Volksangehörige mit Endung -e:

Afghane, Apache, Brite, Chinese, Burmese, Däne, Este, Finne …

W2: -(e)n (f.)

Die meisten Feminina gehören in diese Klasse. Die kurze Endung -n kann nach stammauslautendem -l- oder -r- und nach Vokal stehen. Bei Stämmen auf -in(n)- erscheint das zweite -n- in der heutigen Schreibung nur im Plural.
Besonders ursprüngliche o- und on-Stämme befinden sich in dieser Klasse.

Schema W2: -, -(e)n
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
die Stirn die Stirnen die Birne die Birnen
Akkusativ
die Stirn die Stirnen die Birne die Birnen
Genitiv
der Stirn der Stirnen der Birne der Birnen
Dativ
der Stirn den Stirnen der Birne den Birnen

Beispiele für Feminina:

Achse, Akazie, Allee, Ameise …
Ammer, Aster, Blatter, Elster, Flunder …
Art, Bucht, Fahrt, Flur (nutzbare Landfläche), Frau, Furt, Mure, Schau, Schicht, Schlucht, Stirn, Tat, Uhr, Werft …

Hierher gehören die meisten Baumnamen, Fruchtnamen, viele Tier- und Blumennamen sowie Bezeichnungen für Musikinstrumente, außerdem alle Wörter mit den folgenden Suffixen:

-ade: Karbonade, Limonade, Marmelade, Maskerade, Parade, Rochade, Schokolade
-äne: Fontäne, Moräne, Muräne
-ete: Machete, Rakete
-ette: Kassette, Klarinette, Manschette, Marionette, Pinzette, Pipette, Rosette, Silhouette
-euse: Chauffeuse, Friseuse
-ie: Allergie, Embolie
-in (veraltet auch -inn), Plural -innen: Fürstin, Hündin, Journalistin, Lehrerin, Prinzessin, Schneiderin
-ine: Doline, Gardine, Kantine, Kusine, Lawine, Maschine, Praline, Rosine, Saline, Slawine, Turbine
-ode: Mode, Periode
-ole: Konsole, Parole
-ose: Diagnose, Neurose, Psychose, Thrombose, Tuberkulose, Zirrhose
-üre: Allüre, Broschüre, Lektüre, Maniküre

Weiterhin gehören alle Abstrakta hierher, die auf -heit, -keit, -ion, -ung enden.

W3: 1. Mischklasse, Genitiv -(e)s

Der Singular dieser Mischklasse flektiert stark (Genitiv auf -(e)s), der Plural schwach.

Schema W3: -(e)s, -(e)n
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
das Auge die Augen das Ohr die Ohren
Akkusativ
das Auge die Augen das Ohr die Ohren
Genitiv
des Auges der Augen des Ohr(e)s der Ohren
Dativ
dem Auge den Augen dem Ohr(e) den Ohren
  • Beispiele für Maskulina: Schmerz, Staat, auf -tor endende Substantive (Autor, Prospektor, …)
  • Beispiele für Neutra: Auge, Ohr, Hemd, Bett, Verb …

Ebenfalls in diese Klasse gehört Bau (Gebäude) mit dem unregelmäßigen Plural Bauten.

W4: 2. Mischklasse, Genitiv -ens

In dieser Mischklasse werden schwache und starke Genitivendung miteinander kombiniert, die übrigen Kasus gehen nach W1.
Die meisten (maskulinen) Nomina dieser Klasse kennen im Nominativ Singular neben einer Form auf -e auch eine Variante auf -en, z. B. der Same und der Samen.

Schema W4: -(e)ns, -(e)n
Kasus
Singular
Plural

Singular
Plural
Nominativ
der Name die Namen das Herz die Herzen
Akkusativ
den Namen die Namen das Herz die Herzen
Genitiv
des Namens der Namen des Herzens der Herzen
Dativ
dem Namen den Namen dem Herz(en) den Herzen
  • Beispiele für Maskulina: Buchstabe, Name, Same, Friede, Funke, Glaube(n), Wille, Gedanke, Haufe(n)
  • Beispiel für Neutra: Herz

Abkürzungen und Fremdwörter

Abkürzungen können im Plural -s haben, Maskulina und Neutra können diese Endung ebenfalls im Genitiv Singular haben: der IM, des IM[s], die IM[s]; der PC, des PC[s], die PC[s]; die CD, der CD, die CDs. Die übrigen Kasus sind unveränderlich.

Fremdwörter unterliegen kaum festen Regeln. Häufig werden sie ganz wie deutsche Wörter dekliniert, indem sie in eine Klasse eingeordnet werden (dies gilt vor allem für Lehnwörter, zum Beispiel Armee – Armeen, Karzer – Karzer …).

Ansonsten gilt meist:

  • Der Genitiv Singular Maskulinum/Neutrum hat die Endung -s (nach s, x, z entfällt sie meistens).
  • Dativ und Akkusativ Singular haben keine Endung.
  • Feminina sind im Singular in der Regel unveränderlich.
  • Die Endung für alle Kasus des Plurals ist häufig unregelmäßig, der Dativ Plural bleibt in diesen Fällen unverändert.
  • Fremdwörter, die auf Vokal (außer kurzes e) enden und jünger sind bzw. aus dem Französischen oder Englischen stammen, haben in allen Pluralformen in der Regel -s: Kameras, Büros, Cafés/Kaffees, Kasinos, Kolibris, Taxis. Ausnahmen: Pizzen (auch Pizzas und Pizze), Risiken (auch Risikos). Der Genitiv lautet: der Kamera, des Cafés, des Büros, des Kolibris, des Kasinos, des Taxis, der Pizza usw.
  • Fremdwörter werden teilweise in eine deutsche Klasse eingeordnet. So sind die Fassade (Pl. Fassaden) und die Box (Pl. Boxen) in die schwache Klasse eingeordnet worden, während Computer und Scanner wie Lehrer dekliniert werden. Bei anderen Fremdwörtern wiederum bleibt der fremde Plural (zum Beispiel Debüts, Fans, Joysticks, Hits, Kids) erhalten.

Für Fremdwörter aus dem Lateinischen und Griechischen, aber auch aus romanischen Sprachen gilt:

  • Viele Fremdwörter sind vollständig eingedeutscht: Helikopter – des Helikopters, Fotograf – des Fotografen …
  • Fremdwörter, die ihre alte Rectus-Endung erhalten haben, wurden teilweise mit deutschen Pluralendungen versehen: Zentrum – Zentren, Museum – Museen, Magma – Magmen, Globus – Globen, Virus – Viren, Stimulans – Stimulanzien …, der Genitiv lautet auch hier einfach des Zentrums, des Museums, des Magmas, des Globus oder des Globusses, des Virus, des Stimulans.
  • Andere jedoch haben sogar ihre alte Mehrzahlendung erhalten: das Praktikum – des Praktikums – die Praktika, die Supernova – der Supernova – die Supernovae, der Terminus – des Terminus – die Termini, das Lexikon – des Lexikons – die Lexika, das Genus – des Genus – die Genera, das Tempus – des Tempus – die Tempora, der Kasus – des Kasus – die Kasus, das Numerale – des Numerales – die Numeralia oder die Numeralien.
  • Ein häufiger griechischer Mehrzahltyp für Neutra besteht aus der Endung -ta/te: das Klima – die Klimata, das Stigma – die Stigmata, das Komma – die Kommata …
  • Weitere Überbleibsel alter Pluralformen mit eingedeutschten Nebenformen sind das Lexikon – des Lexikons – die Lexika/Lexiken, der Atlas – des Atlas/Atlasses – die Atlanten/Atlasse, das Visum – des Visums – die Visa/Visen

Fremdwörter aus anderen Sprachen wurden teilweise völlig eingedeutscht (z. B. der Taifun – des Taifuns – die Taifune), andere (weniger gebräuchliche) haben ihre ursprüngliche Mehrzahlbildung beibehalten (z. B. das Ksar – des Ksars – die Ksur, gemeint ist eine rechteckige Berbersiedlung).

Eigennamen

Eigennamen haben in der Regel keinen Plural, der einzig veränderte Kasus ist dann der Genitiv Singular: Moskau – Moskaus, Mississippi – Mississippis, Mount Everest – des Mount Everests …

Personennamen werden häufig im Genitiv dem Substantiv ohne Artikel vor- oder nachgestellt (Peters Ziegen, die Sorgen Uriels) – hierfür bekommen Personennamen aller Geschlechter die Endung -s – wäre dieses aufgrund eines vorausgehenden Zischlautes (s, ß, x, z) nicht hörbar, wird durch einen Apostroph ersetzt: Peters, Veronikas, Hans’, Max’, Fritz’. Statt des Apostrophs steht manchmal die Endung -ens: Fritzens.

Auch ein Plural muss manchmal gebildet werden. Hierbei gibt es eigentlich überhaupt keine festen Regeln. Man behilft sich folgendermaßen:

  • Bei Namen auf unbetontes -er gibt es keine Endung: alle Peter auf der Welt.
  • Bei Namen auf Zischlaut kann die Endung -e mit Umlaut stehen: alle Mäxe/Hänse auf der Welt.
  • Oftmals steht die Mehrzahlendung -s: alle Veronikas/Uriels/ … auf der Welt.

Bei Namen aus dem Lateinischen gelten manchmal andere Regeln:

  • Petrus, Genitiv Petri
  • Jesus, Genitiv/Dativ/Vokativ Jesu, Akkusativ Jesum
  • Maria hat manchmal den alten Genitiv Mariä (neben Marias und Mariens). Diese Form ist auch als altertümlicher Dativ üblich (der Akkusativ Mariam ist nicht mehr gebräuchlich).

Bei Namen von Unternehmen oder Organisationen und bei Werktiteln besteht eine gewisse Neigung zur Aufgabe der Deklination, indem manchmal der Nominativ für alle Fälle eintritt (Gen.: Betrieb der Deutsche Bahn anstatt: Betrieb der Deutschen Bahn, Dat.: in Schillers Räuber anstatt: in Schillers Räubern). Von den Sprachlehren wird dies abgelehnt.[10]

Adjektive, Pronomen und Artikel

Adjektive und Pronomen haben im Deutschen besondere Endungen gemeinsam, die sich oft grundlegend von denen der Substantive unterscheiden. Auch die Artikel werden fast so wie jedes andere Pronomen dekliniert.

Adjektive und Pronomen können adjektivisch und substantivisch verwendet werden:

  • Adjektivisch stehen sie vor einem Substantiv in der Reihenfolge Artikel/Pronomen/Possessivpronomen + Adjektiv + Substantiv: „das Haus, dieses Haus, große Häuser, dieses große Haus, alle diese großen Häuser, diese vielen großen Häuser“. Die Adjektive werden dabei in Aufzählungen durch Kommata voneinander abgetrennt: er mag keine blauen, roten oder grünen Häuser. Possessivpronomen werden in der Regel ohne weitere Pronomen verwendet, selten werden sie durch das Pronomen dies näher bestimmt: dieses mein Haus.
  • Substantivisch stehen Adjektive und Pronomen in Vertretung eines Substantives: das Haus – es ist groß, die Häuser – sie sind groß; dieses hier gefällt mir, jenes dort gefällt mir nicht; sie steht auf rote Autos, aber nicht auf grüne.
    das ersetzt umgangssprachlich die substantivischen Pronomen dieses, jenes und es: das hier ist großartig, das da aber nicht.
    Substantivische Adjektive und Pronomen im Singular Neutrum beziehen sich auch auf mehrere Dinge, bei Personen wird der Plural verwendet: Großes (Neutrum Singular) wird von Mächtigen (Plural) erwartet = große Dinge werden von mächtigen Personen erwartet.

Substantivische Adjektive und Pronomen können in einigen Fällen keinen Genitiv bilden. In attributiver Stellung kann er durch von + Dativ umschrieben werden: das Geld von Reichen, bei den Präpositionen wegen und trotz steht der Genitiv: wegen vieler, trotz so weniger. In Süddeutschland, in der Schweiz und in Österreich wird grundsätzlich gern anstelle des Genitivs der Dativ verwendet. Dabei ist der Dativ die ältere Form, wird aber heute seltener benutzt.[11]

Ob und wie das Adjektiv dekliniert wird, hängt von seinem Gebrauch ab:[12]

  • Das Adjektiv ist endungslos als Adverbial oder in prädikativer Verwendung: er läuft schnell; dieser Weg ist weit
  • Das Adjektiv wird dekliniert in attributiver und adsubstantivischer Verwendung:
    • Steht das Adjektiv ohne Artikel beim Substantiv, flektiert es stark – Artikellosigkeit ist in der Regel bei Nominalgruppen mit Stoffsubstantiven der Fall: grüner Tee, hier ist grüner und dort ist etwas schwarzer
    • Steht das Adjektiv nach dem bestimmten Artikel oder einer vergleichbar deklinierenden Einheit (z. B. Demonstrativpronomina), flektiert es schwach: der grüne Tee, hier ist dieser grüne und dort ist jener schwarze.
      • Dies gilt auch für nicht endungslose Artikel, die mit einer Präposition verschmolzen sind: im Weißen Haus, zur alten Mühle, unterm grünen Baum
    • Steht das Adjektiv nach dem unbestimmten Artikel oder einer vergleichbar deklinierenden Einheit (z. B. Possessivpronomina), flektiert es gemischt: kein heißer Tee; kein heißes Wasser; keine heiße Suppe; keine heißen Suppen

Starke Deklination der Adjektive

Die starke Deklination der Adjektive deckt sich zu großen Teilen mit der Deklination der Pronomen.

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin Plural
Nominativ
-er
-el
-es
-e
Akkusativ
-en
Genitiv
-es*
-er
-er
Dativ
-em**
-en

* Die starke Deklination ist im heutigen Sprachgebrauch im Genitiv durch die schwache vollständig verdrängt worden. Man sagt also z. B. „reinen Herzens“ statt „reines Herzens“.

** Steht ein Adjektiv nach einem anderen Pronomen oder einem anderen Adjektiv, kann hier bei der Bildung eines Gesamtbegriffs die schwache Endung -en verwendet werden, z. B. „eine Flut von weißem elektrischen Licht“. Zwischen den Adjektiven steht in diesen Fällen kein Komma.

Schwache Deklination der Adjektive

Das Paradigma besteht im Wesentlichen aus den beiden Formen -e und -en, wobei es sich bei ersterer um die markierte Form handelt.

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin Plural
Nominativ
-e
-e
-en
Akkusativ
-en
Genitiv
-en
Dativ

Gemischte Deklination der Adjektive

Das Paradigma enthält weniger Formen als das der starken Deklination, ist jedoch nicht so stark reduziert wie das der schwachen.

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin Plural
Nominativ
-er
-el
-es
-e
-en
Akkusativ
-en
Genitiv
-en
Dativ

Komparation (Steigerung)

Adjektive treten in drei Steigerungsstufen auf: Positiv (klein) – Komparativ (kleiner) – Superlativ (am kleinsten). Alle Adjektive werden im Deutschen auf die gleiche Weise gesteigert (dabei tritt bei vielen einsilbigen Adjektiven Umlaut auf), die gesteigerten Adjektive werden wie alle anderen Adjektive dekliniert:

  • Der Komparativ wird durch die Endung -er gebildet: der weite Weg – der weitere Weg, ein langer Weg – ein längerer Weg.
  • Der Superlativ wird durch die Endung -(e)st gebildet: der weiteste Weg, der längste Weg. Der Superlativ nach dem unbestimmten Artikel (ein längster Weg) ist nur in der mathematischen Fachsprache gebräuchlich.

Als Adverb oder in prädikativer Stellung hat der Superlativ eine besondere, unveränderliche Form: er läuft am weitesten, dieser Weg ist am längsten.

Es gibt auch aus Adverbien abgeleitete Adjektive:

  • innen – der innere – der innerste
  • außen – der äußere – der äußerste
  • vorne – der vordere – der vorderste
  • hinten – der hintere – der hinterste
  • oben – der obere – der oberste
  • unten – der untere – der unterste

Folgende Adjektive können nicht gesteigert werden: einzig, einmalig; ganz, kein; golden; tot. Außerdem „Elative“ wie himmelweit, riesengroß ….

Vergleiche werden folgendermaßen gebildet:

  • so … wie: die Erde ist nicht so groß wie die Sonne
  • … als: die Erde ist kleiner als die Sonne
  • … ‚von‘/Genitiv: die Erde ist nicht der kleinste der Planeten; sie ist die kleinste von uns

Der Komparativ wird auch häufig mit der Bedeutung ziemlich, mehr oder weniger verwendet: sie legten eine größere Entfernung zurück.

Artikel

Der bestimmte Artikel wird so dekliniert:

Kasus Maskulin Intersex Feminin Neutrum Plural
Nominativ
der dus die das die
Genitiv
des des der des der
Dativ
dem dem der dem den
Akkusativ
den dun die das die

Der bestimmte Artikel steht häufig nur als bloßes Formwort, oft in der Bedeutung an sich: das Geld bedeutet ihm viel = Geld an sich bedeutet ihm viel; die Kühe käuen wieder = Kühe an und für sich käuen wieder.
Er kann weggelassen werden, wenn zwei Substantive durch und verbunden werden: im Singular ist das möglich <> in Singular und Plural ist das möglich = im Singular und im Plural ist das möglich.

Der unbestimmte Artikel hat keinen Plural:

Kasus Maskulin Intersex Feminin Neutrum
Nominativ
ein ein eine ein
Genitiv
eines eines einer eines
Dativ
einem einem einer einem
Akkusativ
einen einel eine ein

Pronomen

Personalpronomen

Die Deklination der Personalpronomen unterscheidet sich grundsätzlich von der aller anderen Nomen, allein schon dadurch, dass es bei vielen Pronomen unterschiedliche Stämme gibt (zum Beispiel ich <> mich, wir <> uns)

Dieser Zustand ist schon seit indogermanischer Zeit präsent, vergleiche dazu:

  • deutsch ich, gotisch ik, altindisch ahám gegenüber deutsch mich, gotisch mik, lateinisch , altgriechisch emé, me;
  • deutsch wir, gotisch weis, hethitisch u̯ēš gegenüber deutsch uns, gotisch uns, hethitisch anz-.

In der 3. Person stehen verschiedene Stämme:

  • der Pronominalstamm i- liegt deutsch er/ihm/ihn ~ es, gotisch is/imma/ina ~ ita, lateinisch is/ei/eum ‚dieser, er‘ ~ id ‚dieses, es‘ zugrunde;
  • der Demonstrativstamm ḱi- (fortgesetzt in her, hier und hin) tritt auf bei niederländisch hij/hem ~ het, englisch he/him, skandinavisch han/ham.

Das Personalpronomen enk im Akk. Dat. Plural, das in einigen bairischen Dialekten auftritt, entstammt der ursprünglichen Dualform *inke der 2. Person, vergleiche altsächsisch ink und altenglisch inc. Weitere Dualformen kennt das Deutsche nicht mehr.

  • Ein reflexives Personalpronomen existiert nur mehr im Dativ und Akkusativ (sich). Im Genitiv springt dafür das Pronomen der 3. Person ein (seiner/ihrer).
  • Der Genitiv des Personalpronomens wird heute selten verwendet. Er steht im Grunde genommen nur als Objekt nach Verben, die den Genitiv verlangen (erinnert sich meiner, erbarme dich unser, gedenke ihrer …; hier stehen auch vereinzelt die obsoleten Formen mein, dein, zum Beispiel vergiss mein nicht).

Besitzanzeigend stehen die Possessivpronomen (siehe unten).

Die ungeschlechtigen Pronomen der ersten und zweiten Person sowie die Reflexivpronomen werden wie folgt dekliniert:

Kasus 1. Ps. Sg. 2. Ps. Sg. 1. Ps. Pl. 2. Ps. Pl. reflexiv
Nominativ
ich du
wir ihr
Akkusativ
mich dich
uns euch
sich
Dativ
mir dir
Genitiv
mein(er) dein(er)
unser(er) euer(er)

Das Pronomen der dritten Person ist im Singular geschlechtig.

Kasus 3. Ps. Sg. m. 3. Ps. Sg. i. 3. Ps. Sg. n. 3. Ps. f. 3. Ps. Pl.
Nominativ
er us es sie
Akkusativ
ihn
uhn
Genitiv
sein(er) ihrer
Dativ
ihm ihr ihnen

Im Genitiv ist beim Plural die kürzere, beim Singular sowie bei der Zusammenziehung mit wegen die längere Form üblich. Bei der Zusammenziehung wird das auslautende -er in -et umgewandelt.

Pronomen

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin
Nominativ
jeder jedel jedes jede
Akkusativ
jeden
Genitiv
jedes jeder
Dativ
jedem

Mit dem unbestimmten Artikel ein (eine, ein):

Kasus Maskulin Intersex Neutrum Feminin
Nominativ
ein jeder ein jedel ein jedes eine jede
Akkusativ
einen jeden
Genitiv
eines jeden einer jeder
Dativ
einem jeden

Possessivpronomen

Possessivpronomen werden wie die anderen Pronomen dekliniert, mit folgender Ausnahme: Im Nominativ Singular des Maskulinums sowie in Nominativ und Akkusativ Singular des Neutrums fällt bei attributivem Gebrauch (also etwa in mein Hund, nicht jedoch in das ist meiner) die Endung weg.

Kasus Maskulin Neutrum Feminin Plural
Nominativ
mein/meiner
mein/meines
meine
meine
Akkusativ
meinen
Genitiv
meines
meiner
meiner
Dativ
meinem
meinen

Die Possessivpronomen unser und euer haben vor einer Endung oft kontrahierte Formen: unser Haus – unseres Hauses = unsres Hauses; unsere Hütte = unsre Hütte.

Bei den Endungen -em und -en sind zwei verschiedene Kontraktionen möglich: unserem Hause = unsrem Hause = unserm Hause.

Unregelmäßigkeiten

Unregelmäßige Adjektive

Das Adjektiv hoch hat vor einer Endung den Wortstamm hoh-: hohes Haus, auf der hohen Mauer, das höhere Haus. Nicht jedoch im Superlativ: das höchste Haus.

Die Adjektive viel und wenig können unverändert mit Verben verwendet werden: er redet viel. Im Singular vor nicht-zählbaren Substantiven haben sie eine besondere Deklination:

Kasus Maskulin Feminin Neutrum
Nominativ Singular
viel/wenig Wein
viel/wenig Butter
viel/wenig Mehl
Akkusativ Singular
Genitiv Singular
vielen/wenigen Weines vieler/weniger Butter vielen/wenigen Mehls
Dativ Singular
vielem/wenigem Wein(e) vieler/weniger Butter vielem/wenigem Mehl(e)

Im Plural werden viele und wenige wie jedes andere Adjektiv dekliniert (zum Beispiel viele Häuser, unter vielen Bäumen). Substantivisch existiert vieles – von vielem – vielem – vieles.

Komparativ und Superlativ

Unregelmäßige Komparative oder Superlative haben:

  • gut – besser – beste
  • hoch – höher (Komparativ unregelmäßig, Superlativ regelmäßig)
  • viel – mehr – meiste
  • wenig – minder/weniger – mindeste/wenigste (beides möglich)
Komparativ

Die Komparative mehr und weniger stehen vor nicht-zählbahren Substantiven:

Kasus Maskulin Intersex Feminin Neutrum
Nominativ Singular
mehr/weniger Wein
-
mehr/weniger Butter
mehr/weniger Mehl
Akkusativ Singular
Genitiv Singular
von mehr/weniger Wein - von mehr/weniger Butter von mehr/weniger Mehl

Vor Substantiven im Plural stehen mehr und weniger:

Kasus Maskulin Intersex Feminin Neutrum
Nominativ Plural
mehr/weniger Bäume
-
mehr/weniger Antworten
mehr/weniger Autos
Akkusativ Plural
Genitiv Plural
von mehr/weniger Bäumen* - von mehr/weniger Antworten* von mehr/weniger Autos*

* Da der Genitiv mit der Präposition von umschrieben wird, muss das nachstehende Substantiv im Dativ Plural auftreten.

Die Komparativform mehrere – mehrerer – mehreren (Plural) hat die Bedeutung einige, nicht besonders viele.

Superlativ

Meist kann auch nach dem bestimmten Artikel stehen: die meiste Butter. Im Plural steht die meisten: die meisten Autos haben vier Räder.

Numerale

Kardinalzahlen

Ziffer Einer Zehner 20 bis 90 ab 100
0 null zehn (ein)hundert (100)
1 eins elf (ein)hundert(und)eins (101)
2 zwei zwölf zwanzig zweihundert (200)
3 drei dreizehn dreißig dreihundert(und)einundzwanzig (321)
4 vier vierzehn vierzig viertausend (4000)
5 fünf fünfzehn fünfzig fünftausendzweihundertdrei (5203)
6 sechs sechzehn sechzig sechs Millionen   (6.000.000, 6 Mio.)
7 sieben siebzehn
siebenzehn
siebzig
siebenzig
sieben Milliarden  (7.000.000.000, 7 Mrd.)
8 acht achtzehn achtzig acht Billionen    (8.000.000.000.000, 8 Bio.)
9 neun neunzehn neunzig neun Billiarden   (9.000.000.000.000.000, 9 Brd.)

Bei Zusammensetzungen aus Zehnern und Einern stehen zuerst die Einer, dann folgt und, dann kommen die Zehner: einundzwanzig (21), neunundneunzig (99).

Deklination der Kardinalzahlen

Das Zahlwort eins wird in adjektivischer Position auch als bestimmter Artikel verwendet und wird wie ein Possessivpronomen dekliniert, in substantivischer Position wie ein übliches Adjektiv.

Das Zahlwort zwei wird im jüngeren Neuhochdeutschen ebenfalls nicht mehr in seinem Geschlecht angepasst.

Die übrigen Zahlwörter bleiben in der Regel unverändert, sie werden kaum substantivisch verwendet: in drei Häusern (Dativ).
Zu beachten ist jedoch der Genitiv:

  • Der attributive Genitiv wird gewöhnlich durch die Präposition von umschrieben oder benötigt den bestimmten Artikel: die Türen von 21 Häusern, die Türen der 21 Häuser.
  • Bei Zahlen von eins bis zwölf ohne Artikel kann dem Zahlwort die Endung -er angehängt werden: die Türen zweier großer Häuser.
  • Der präpositionale Genitiv und der Genitiv als Objekt können nur mit der Endung -er (für Zahlen von 1 bis 12), dem bestimmten Artikel oder anderen Pronomen gebildet werden: mittels zweier Anrufe, aufgrund dieser drei Anrufe; er erbarmte sich der drei Wanderer.

Der substantivische Dativ wird bei Zahlen von eins bis zwölf durch die Endung -en gebildet: dort stehen drei Häuser – in zweien brennt es. Bei anderen Zahlen kann der Partitiv zur Hilfe genommen: dort stehen zwanzig Häuser – in neunzehn (von ihnen) brennt Licht.

Substantivisch existieren darüber hinaus Hunderte – von Hunderten – zu Hunderten und Tausende – von Tausenden – zu Tausenden, sowie (das) Hundert – vom Hundert und (das) Tausend – vom Tausend.

Ordnungszahlen

Ordnungszahlen werden ähnlich wie normale Adjektive dekliniert: „am ersten Mai, ein erster Anfang, die ersten Blüten“.

Ziffer Einer Zehner 20 bis 90 ab 100
0 nullte zehnte (ein)hundertste (100.)
1 erste elfte (ein)hundert(und)erste (101.)
2 zweite zwölfte zwanzigste zweihundertste (200.)
3 dritte dreizehnte dreißigste dreihundert(und)einundzwanzigste (321.)
4 vierte vierzehnte vierzigste viertausendste (4000.)
5 fünfte fünfzehnte fünfzigste fünftausendzweihundertdritte (5203.)
6 sechste sechzehnte sechzigste sechsmillionste
7 siebte, siebente siebzehnte siebzigste siebenmilliardste
8 achte achtzehnte achtzigste achtbillionste
9 neunte neunzehnte neunzigste neunbilliardste

Weitere Zahlenarten

  • Multiplikativzahlen: einmal, zweimal, dreimal … / einfach, zweifach, dreifach …
  • Distributivzahlen: je einer, je zwei, je drei …
  • Bruchzahlen: 1 ein Ganzes, 2 zwei Ganze, ½ ein Halb, ¾ drei Viertel …
  • Dezimalzahlen: 1,5 eins komma fünf; 0,763 null komma sieben sechs drei
  • Telefonnummern: 17456 wird aufgelöst in 1–7–4–5–6 oder 17–45–6

Verwendung der Kasus

Der Nominativ

Der Nominativ (Wer-Fall) steht als Subjekt des Satzes, außerdem übernimmt er die Form des Vokativs:
die Katze springt auf den Tisch, der Schnee fällt, er gibt ihm den Schuh; komm, liebe Katze, komm!, (oh) Mensch!, du Idiot!. Er steht dabei meist am Satzanfang, oft auch nach dem finiten Prädikat, einem Adverb oder einem Objekt.

Adjektive und Substantive im Nominativ können zusammen mit dem Hilfsverb sein das intransitive Prädikat bilden: er ist groß, sie ist seine Sekretärin, viele Leute sind Protestanten, sie werden bald arbeitslos sein.

Der Akkusativ

Der Akkusativ (dessen Formen von denen des Nominativs häufig nicht verschieden sind), steht als direktes Objekt nach transitiven Verben: ich sehe dich, er gibt ihm den Schuh.

Der Akkusativ steht nach folgenden Präpositionen:

für, ohne, durch, gegen, um, bis

Außerdem steht er nach den Präpositionen an, in, auf, unter, über, vor, hinter, durch und neben zur Angabe der Richtung oder der Bewegung und vor der Postposition entlang.

Der Dativ

Der Dativ steht hauptsächlich als indirektes Objekt: das sehe ich dir an, er gibt ihm den Schuh. Außerdem steht er oft bei subjektiven Eindrücken: es ist mir zu kalt, das Buch ist ihm zu kompliziert.

Der Dativ steht nach folgenden Präpositionen:

mit, ab, aus, bei, nach, von, vor, zu, binnen

Außerdem steht er nach folgenden Präpositionen zur Angabe des Ortes:

an, in, auf, unter, über, vor, hinter, bei, neben

sowie vor den Postpositionen

voraus, voran

Der Genitiv

Der Genitiv wird in der Umgangssprache und den Dialekten relativ selten verwendet, am häufigsten wird er hochsprachlich genutzt.

Der Funktionsumfang des Genitivs ist am größten von allen vier Kasus:

  • Bildung des Possessivs: das Buch des Händlers, Ursulas Haus
  • Zugehörigkeit: die Tür des Hauses, die Blätter der Bäume
  • Genitivobjekt nach einigen bestimmten Verben: sie verwiesen ihn des Landes, er wurde dieses Verbrechens beschuldigt
  • Er steht nach den Präpositionen wegen, ob, innert, während, trotz, dank, kraft, mittels, zwecks, aufgrund, innerhalb, im Laufe … und der Postposition halber: wegen des Regens, ob dieser Umstände, der Eintracht halber, zwecks einschneidender Lohnsenkungen, trotz der Proteste, aufgrund der Geschehnisse, innerhalb eines Tages, im Laufe dreier Jahre
  • Er kann zusammen mit bestimmten Adjektiven stehen: der deutschen Sprache mächtig, in älterem Sprachgebrauch kann er prädikativ verwendet werden: sie ist guter Dinge.
  • Er fungiert (eingeschränkt) als Genitivus absolutus, also zur Beschreibung eines (tatsächlichen oder figürlichen) Begleitumstands ohne grammatische Abhängigkeit vom Rest des Satzes: er verließ das Büro erhobenen Hauptes, stehenden Fußes (Lehnübersetzung aus dem Lateinischen), heutigentags (von *"heutigen Tags") usw.

In den drei ersten Fällen steht das im Genitiv deklinierte Substantiv hinter dem Bezugswort.

Die Präposition wegen kann dem Bezugswort auch nachgestellt werden: des Regens wegen. Bei Personalpronomen steht der Dativ; dies ist die einzige Möglichkeit, wenn das Personalpronomen noch erweitert wird (wegen euch beiden); steht es jedoch das Personalpronomen allein, sind die Komposita meinetwegen, deinetwegen, seinetwegen, unseretwegen, euretwegen, ihre(n)twegen möglich und dann hochsprachlich einzig zugelassen (in der Umgangssprache auch hier mit Dativ, wegen mir usw.) In einigen Dialekten kann auch der Genitiv stehen (so im Bairischen wegen meiner, auch wenn dieses den Genitiv anderweitig fast und gerade nach wegen vollständig verloren hat).

Der Genitiv wird häufig durch die Präposition von+Dativ umschrieben. Dies geschieht in partitiver Verwendung: niemand von uns. Vor Substantiven steht im Partitiv die Präposition aus: drei Arbeiter aus dieser Fabrik. Vor Pluralwörtern ohne Artikel und begleitendem Adjektiv (die sonst unmarkiert wären) ist die von-Umschreibung auch in der Hochsprache zulässig und verbindlich: ein Zeitraum von Stunden, aber ein Zeitraum mehrerer Stunden.

Umgangssprachlich werden die genannten Funktionen folgendermaßen umschrieben:

  • Possessiv: das Buch vom Händler/dem Händler sein Buch, das Haus von (der) Ursula/Ursula ihr Haus.
    Man bedient sich also der Präposition von+Dativ oder des Rheinischen Genitivs.
    Possessivpronomen werden nach wie vor häufig verwendet.
  • Zugehörigkeit: die Tür vom Haus, die Blätter von den Bäumen/den Bäumen ihre Blätter
  • Das Genitivobjekt wird bei einigen Verben durch ein Akkusativobjekt (veraltet, heute noch gehoben: jemandes vergessen, daneben auch jemanden vergessen), bei anderen durch eine Partizipialkonstruktion (älter oder gehoben: sich jemandes erinnern, jünger: sich an jemanden erinnern; älter oder gehoben: jemanden einer Sache anklagen, jünger jemanden wegen einer Sache anklagen) ersetzt, im übrigen muss es umschrieben werden: sie wiesen ihn aus dem Land, man gab ihm die Schuld an dem Verbrechen.
  • Die Präpositionen wegen und trotz (sowie auch innert) tragen – je nach Region – umgangssprachlich häufig den Dativ: wegen dem Regen, trotz den Protesten. Bei anderen Präpositionen, deren Konstruktion teilweise noch deutlich erkennbar ist (aufgrund, anstatt, im Laufe, aber auch: innerhalb), steht von: aufgrund von den Ereignissen, innerhalb von einem Tag, im Laufe von drei Jahren.
  • Der Genitiv mit bestimmten Adjektiven oder in prädikativer Stellung existiert ohnehin nur in einigen Redewendungen, sodass diese in der Umgangssprache noch Verwendung finden. Der adverbiale Genitiv wird durch Präpositionen ersetzt: er verließ das Büro mit erhobenem Kopf.

Eine weitere Verwendung des Genitivs (die hier wenig elegante Umschreibung mit von ist nicht möglich) ist der Nominalstil, der besonders in offiziellen Dokumenten Verwendung findet. In der Literatur sollte er aufgrund seiner Starre und Unbelebtheit vermieden werden. Im Nominalstil wird einem Substantiv ein Gerundium im Genitiv nachgestellt: Nominalstil: bei der Besichtigung der Kirche wurden viele Fragen gestellt; eine Alternative im Verbalstil wäre: während alle die Kirche besichtigten, stellten sie viele Fragen.

Genus (Geschlecht)

Deutsche Substantive, Adjektive und Pronomen treten in vier Genera (Geschlechtern) auf: maskulin (männlich), intersex (oculich), feminin (weiblich) oder neutral (sächlich). Das natürliche Geschlecht (Mädchen ist eine weibliche Person, Tisch ist ein Gegenstand) stimmt vor allem bei nicht belebten Dingen meist nicht mit dem grammatischen Geschlecht überein (das Mädchen (neutral), der Tisch (maskulin)).

Grundsätzlich gilt:

  • Substantive auf -ei, -schaft, -heit, -keit, -ung, -(t/s/x)ion, -(i)tät, sowie auf -öse (franz. -euse), -iere (franz. -ière) sind feminin
  • Substantive auf -tum, -lein, -chen sind neutral (wobei es auch Ausnahmen gibt, z. B.: der Irrtum, der Reichtum)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. duden.de: Mutter
  2. duden.de: Klamottenkiste
  3. Elke Hentschel & Harald Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik. 4. Auflage. Walter de Gruyter, 2013, S.138f.
  4. Thorsten Roelcke: Sprachtypologie des Deutschen. Walter de Gruyter, 1997, S.137
  5. Pons:
    1. Pons / Ines Balcik: Pons: Band 2: Zweifelsfrei Deutsch Grammatik: Sichere Antworten auf knifflige Fragen. 2007, S.10f.
    2. Pons / Ines Balcik, Jürgen Folz, Klaus Röhe: Pons: Band 3: Perfektes Deutsch: Der Ratgeber in sprachlichen Zweifelsfällen. 2009, S.162-164
    3. Pons / Ines Balcik, Klaus Röhe, Verena Wróbel: Pons: Band 2: Die große Grammatik Deutsch. Das umfassende Nachschlagewerk. 2009, S.111ff.
  6. Thordis Hennings: Einführung in das Mittelhochdeutsche. 3., durchgesehene und verbesserte Auflage. Walter de Gruyter, 2012, S.149
  7. Beispiele:
    • Im Eintrag Oma bei duden.de heißt es zum Genitiv Singular „der Oma, Omas“
    • Duden Grundschulwörterbuch - Sag es besser! Die richtige Wortwahl. 2013, S.68. Zitat: „An Mamas Ring funkelt ein smaragdgrüner Stein.“
  8. Beispiele:
    • Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. Leipzig, 1793–1801:
      „Die Bèttstatt, plur. die -stätte, oder Bettstätte, plur. die -n [...]“
      „Die Hofstatt, plur. die -stätte [...]“
      „Die Wêrkstatt, plur. die -stätte, oder die Werkstätte, plur. die -n [...]“
      „Die Wohnstatt, plur. die -stätte, oder die Wohnstätte, plur. die -n [...]“
    • Olla Potrida. Erstes Stük. Weversche Buchhandlung, Berlin, 1788, S.143: „Die Werkstätte sind in geringer Anzahl, und die Arbeiter nur einen Theil des Jahres beschäftigt.“
    • Joseph Schneider: Warum sterben heut zu Tage die Menschen früher, als in der Vorzeit? Ein Programm, als Beitrag zur Verherrlichung der priesterlichen Jubiläums-Feier Seiner Hochfürstlichen Gnaden Adalbert III, Fürt-Bischofs zu Fulda, des heil. Römischen Reichs Fürsten, Ihrer Majestät der Römischen Kaiserinn Erzkanzlers durch Germanien und Gallien Primas rc. rc. Fulda, 1811, S.11: „Unsere Schlafstätte sind itzt weiche und erhitzende Federbetten [...]“
    • Heinrich Zschokke: Geschichte vom Kampf und Untergang der schweizerischen Berg- und Waldkantone, besonders des alten eidsgenössischen Kantons Schwyz. In vier Büchern. Bern und Zürich, 1801, S.23: „Im Jahre 1257 wählten daher die vereinten Waldstätte den Tapfersten in Helvetien zu ihrem Schirmvogt.“
    • Ferdinand Meyer: Die evangelische Gemeinde in Locarno, ihre Auswanderung nach Zürich und ihre weitern Schicksale. Ein Beitrag zur Geschichte der Schweiz im sechszehnten Jahrhundert. Erster Band. Zürich, 1836, S.332: „Kurz darauf finden wir die Boten der vier Waldstätte, mit sämtlicher sieben Orte Vollmacht, in Luzern versammelt.“
  9. duden.de: Mutter
  10. Duden 4. Die Grammatik, 5. Aufl., Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 1995, § 427.
  11. Duden Bd. 9, 2007, S. 890.
  12. Vgl. Peter Eisenberg: Das Wort. Grundriss der Deutschen Grammatik. Band 1. 3. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2006.

29 Oktober 2017

Das schlechte Abscheiden der Piraten in Island, Vorbote des Abstieg?

In Island wurde gestern gewählt, weil der Vater des Regierungschef versucht hat, den Vorstrafeneintrag eines Üblen Pedophilen zu löschen und der Regierungschef seine Mitkoalitionäre darüber nicht unterrichtet hat. In Island können Einträge über Vorstrafen gelöscht werden, wenn eine ausreichende Anzahl gut beleumundete Bürger sich dafür einsetzen.

So kam es das nach einem Jahr wieder Wahlen anstehen. Den Aktuellen Hochrechnungen zufolge haben die Piraten rund 5% Eingebüßt und laden auf 9%. Das kann man natürlich als für Island normale Schwankung abtun, aber ich denke das wäre voreilig.

Bildquelle http://www.mbl.is/frettir/
Wie haben aktuell vier Länder in denen es nennenswerte in der PPI organisierter Piraten erfolge gegeben hat. Das sind Schweden, Deutschland, Island und Tschechien. Ich habe hier die Länder schon nach der erstmaligen Parlamentarischen Vertretung sortiert. Und es ist jedes mal das gleiche Bild. Nach einem Anfangserfolg (Erste öffentliche Wahrnehmung, Wahlzulassung, eventuell Parteienfinanzierung) erfolgt ein Durchbruch auf eine Politisch relevante Größe ... um dann im Laufe der weiteren Entwicklung sag und klaglos mehr oder weniger gleichmäßig wieder zu Verschwinden. Die Piraten in Island dürften gerade ihren Umkehrpunkt durchlaufen haben, bei den Piraten in Tschechien dürfte es in den nächsten Jahren so weit sein.

Woran mag das liegen? Ich Denke es hat was damit zu tun, das es die Piraten im Taumel ihrer ersten erfolge versäumt haben, das skalierungsproblem der Basisdemokratie zu lösen. Am Anfang ist eine Piratenpartei eine Gruppe von Jungen, gut ausgebildeten Menschen die basis demokratisch ein neues politisches Konzept für ihr Land erarbeiten. Da jeder Antrags und Rederecht hat kommt dabei was vorzeigbares heraus, was gut zur politischen Situation des jeweiligen Landes passt, und die Partei typischen Verkrustungen der Altparteien aufbricht. Mit diesem Programm stellt sich dann der Erfolg ein.

Und dann passiert überall etwas was ich das Turbo Vergreisen der Piratenparteien nennen möchte. Die Piraten versuchen regelmäßig, sich den Demokratischen Gepflogenheiten ihres Landes weitestgehend anzupassen. Das ist einerseits logisch, ist doch Demokratie eines der Ideale der Piratenbewegung. Das Problem ist, daraus ergeben sich aber bestimmte Effekte die negative Auswirkungen haben, wobei sich regelmäßig raus stellt das die anderen Parteien gelernt haben damit umzugehen. Beispielweise die Flut von Anträgen die Regelmäßig auf Parteitagen nicht bearbeitet werden können, aus Quantitativen Gründen aber mitunter auch aus Qualitativen Gründen, weil einzelne Aspekte nicht ausreichend bedacht wurden. Unvergessen der a sich gute Antrag zum Tierschutz den ich auf einem Hessischen Landesparteitag kippen lassen musste, weil dort ein komplettes Verbot von Tierversuchen an Primaten gefordert wurde - was einem Forschungsstopp in bestimmten Fragestehlungen gleichkäme bei denen es für Betroffene um Leben und Tod geht.

Sympathisch für dieses Probleme sind die Redezeiten auf den Piraten Parteitagen. Bei der deutschen Piratenpartei sank diese bis auf 30 Sekunden ... mehr als extrem oberflächliche Schlaglichter sind in der Zeit nicht möglich. Um die Flut von Anträgen einzudämmen gibt es irgendwann Fristen ... der Antrag zum Tierschutz musste auf einem späteren Parteitag vertragt werden.

Es ist klar, das so eine große Piratenpartei nicht mehr in der Lage ist, ihre Politischen Standpunkt a die aktuelle Situation anzupassen und Alternativen aufzuzeigen. Und das nicht nur in nach Maßgabe der Bevölkerung in Randfragen sondern auch in zentralen Punkten. Und der Wähler kommt seiner Verantwortung für seine Länder nach und sortiert die nicht funktionalen Piratenparteien eben aus - und die Presse leistet dazu aus Eigeninteressen maximale Unterstützung.

In Deutschland war das Knackpunktthema eindeutig die merkelschen Gouverneursräte zur €-Rettung die quasi Exterritorial Hyper Unsummen an Steuergelder raus hauen können. Das haben die Piraten zwar abgelehnt, z.B. in einem einstimmigen NRW Parteitagsbeschluss, sie haben es aber versäumt alternativen zu Entwicklern, wie Finanzkrisen in der Zukunft zu vermeiden sind. Alternativen - die auch ohne großes Studium der Finanzen als Funktionierend zu erkennen sind - hätte es jedenfalls gegeben, zum Beispiel die Festlegung der Finanzminister auf Perpetual bond Papiere. So konnte dieses Thema zum Initialthema der AFD werden. Darum geht es heute zwar längst nicht mehr bei der AFD, aber weil die Ökonomie Professoren um Luke die Nationale Option in diesem Zusammenhang als Ausweg propagiert haben, habe wie jetzt wieder eine nationalsozialistische Partei im Bundestag.

Fazit: Es ist dringend geboten, das Sich die Piraten Gedanken um computergestützte Demokratie machen. Diese muss dafür sorgen, das die Basisdemokatietypische Arbeitsüberlastung nicht mehr auftritt. Ich will ja nicht abstreiten, das auch heute noch sinnvolle Initiativen in der deutschen Piratenpartei erarbeitet werden ... nur da das Presseecho allenfalls akademisch von Null verschieden ist und auch in den Sozialen Netzen "reshares" sehr viel seltener geworden sind als in den frühen Zeiten, kann man sich die Arbeit auch schenken. Zukunftsweisender wäre Zeit und Geld in die Entwiklung geeigneter Digitaler Werkzeuge zu stecke. Eine Basis demokratische Partei braucht für Koalitionsverhandlungen eine Basisschnellabfrage. Und noch wichtiger ist, das die Form der Beschlussfassung reformiert wird. Eine angenommene muss natürlich eine Qualifizierte Mehrheit zugestimmt haben, aber für eine Ablehnung ist das nicht unbedingt nötig.


27 September 2017

Gedanken zum Abschneiden der Piratenpartei bei der Bundestagswahl 2017

Als Ex-Pirat und Ex-Piratenwähler (2009,2013) möchte ich mal meine Eindrücke weitergeben: Die Idee der Basisdemokratie ist klasse, weil sie Fachleuten und Betroffenen eine Plattform gibt, nötige Gesetzgebungen auf den Weg zubringen. Das setzt aber auch Voraus das man anderen Fachleute auf ihrem Fachgebiet glauben schenkt. Das klappte in den Anfängen der Partei bestens und es entstand sehr schnell ein klasse Programm, das auch entgegen der Berichterstattung eine erheblich Breite hatte. Als die Piraten durch Missverständnis der Presse den Eindruck erwecken konnten das ein Modernes digitales Fundament für eine neue schlagfertige Partei geschaffen wurde, da kam der Durchbruch. Die Partei stieg und stieg in den Umfragen und war kurz davor 3 Stärkste Kraft im Land zu werden.

Aber das war nicht der Fall. Liquid Feedback wurde zum einem von den Anhängern von Offline und Urnenwahl systematisch Sabotiert. Es gab noch nicht mal einen Etat von Seite der Partei um Beschlüsse im Liquid Feedback über das Liquid Feedback auch umzusetzen und an die Opensource Community zurückzugeben. So konnten schon oberflächliche Probleme und Handhabungsdefizite nicht behoben werden. Noch schwerer aber wog, das das Grundsätzliche Problem der Basisdemokratie nicht behoben wurde. Wenn jeder ein Initiativrecht hat und es auch nutzt, dann wird es beim besten willen einfach zu viel zu lesen. Dann kommt Delegation ins Spiel, nur hat das System keinen Delegiertenvorschlagfilter der einem schnell zeigt wer wie ähnlich in dem Bereich gestimmt hat den man nicht mehr selber bearbeiten will. Daraus folgte dann das aus dem TV und Internet bekannte Leute gewählt wurden. Diese handvoll Superdelegierte die weite Teile der Stimmen auf sich gezogen haben waren am Ende schlimmer als das Präsidium der Altparteien. Das haben die Journalisten und Wähler dann auch mitbekommen.

Die Partei war -- als sie in den Umfragen knapp davor stand zur 3. stärkste Kraft zu werden Faktisch politisch nicht Handlungsfähig. Es gab kein Quickpoll mit dem die Repräsentanten einen Basisvote für aktuelle Politische Fragen einholen konnte. Gelegenheit damit die Öffentlichkeit zu verzaubern gab es genug, z.:b als das Dr. Merkel kreiste und einen Wulf aus dem Hut zog, der anschließenden Wulf Krise, den Skandalen um die Promotion von Politikern ... . So ein System ist Notwendig ... oder eben ein politisches Mandat an das Personal im Vorstand der Partei geben. Auch Redezeiten von 30 Sekunden für die Piraten auf einem Parteitag Life im TV war ein Sicheres Indiz für den Wähler, das es so wie die Piraten das Organisiert haben nicht geht. Gut für Deutschland das der Wähler das gemerkt hat.

Offline Partei kann diese Partei nur auch nicht.
Da sind die andere viel erfahrener. Als in der Finanzkrise die Frau Dr. Merkel einen €-Rettungsschirm nach dem anderen Implementierte, wurde das von der Basis der Piratenpartei z.B. in NRW einstimmig abgelehnt - es gab aber keine erfolgreiche Aktivität Fachleute in die Partei zu bringen um Deutschland eine Alternative aufzuzeigen als Deutschland eine Alternative gebraucht hat. So wurden die Piraten Mitschuld an der AFD - derentwegen ich diesmal Linke als Wahl-O-Mat Alternative gewählt habe - und dass obwohl das aus Gründen der Familiengeschichte eigendlich ein Nogo ist. Aber auch 2013 dürfte die AFD schon eine Rolle dabei gespielt haben, das die Piraten trotz Snowden nicht erfolgreich waren. Fressen kommt vor Moral - schon immer. Viele Wähler haben es sich diesmal auch genau durch den Kopf gehen lassen, ob sie etwas im Bereich "Sonstige" wählen wollen um die AFD zu Minimieren. Das eine Landesliste der Piraten zurückgezogen wurde andere nicht zu Stande gekommen sind, war da auch nicht Hilfreich. So haben es wenigstens Ex-Piraten in den Bundestag geschafft.


Mit 3,7‰ - Promille nicht Prozent(!) - ist die Piratenpartei de facto tot, auch aus der Parteienfinanzierung raus. In den Ländern braucht man 10‰ Würde man andere besser Integrieren können, dann wären zusammen mit den Leute von BGE die 5‰ der Parteienfinanzierung zu schaffen gewesen. Jetzt gibt es kein Geld mehr, und das ist auch gut so. Keine Geschäftsstellen, Flauschkons, CoKoms, weniger oder besser keine offline Parteitage - alles zu teuer - ... die Chance die Partei sich digital weiter zubringen. Parteiausweis aus Plastik ¡IGITT WIE OFFLINE! Warum gab es kein CA Chain mit dessen Zertifikaten die Parteimitglieder sich digital Ausweisen und sicher Kommunizieren können. Ich fand das aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen schon immer als Fail das man Präsesveranstaltungen besuchen solle ... z.B. auch und gerade für den BEO. Man kann - wenn man auf die Belegfreiheit verzichtet - auch digital geheim Abstimmen. Das ist kein Verlust, weil die Stimmzettel heute dem Wähler problemlos zugeordnet werden können. (DNA)

Aber die Ganze Richtung war falsch. Basisdemokratie braucht neue Wege der Beschlussfassung, so das man sich im wesentlichen nur mit Vorlagen befassen muss, die Mehrheitsfähig sind. Entweder entscheidet das die Parteitagsregie ... oder man braucht was ganz neues wie die Beschlussfassung durch Geburts- und Todeskette, auch wenn das bedeutet das ein Ablehnung einer Vorlage auch zufällig passieren kann. Aber diese Wahrscheinlichkeit kann man beliebig klein Wählen, daraus ergeben sich dann die Koeffizienten für die Verbreitung einer Initiative. Das Verfahren hat auch den Vorteil, das man die Veröffentlichung mit einem Grenzwert der Zustimmung versehen kann. Z.B 20%. Wenn dann ein paar irre irgendwas krudes zur Abstimmung stellen - Angriffskriege wie ein Parteivorsitzender das mal als Privatmeinung gemacht hat z.B. - dann versickert das im System und produziert keine Schlagzeile wie "Piraten diskutieren über ... ". Man darf eben auch nie Vergessen das Pressebesitzer keine Piratenfreunde sind.

Bleibt zu hoffen das die Piraten aus Geldmangel jetzt eine wirkliche Digitalpartei werden, in der der Computer nicht nur als Stimmzettel, Telefon oder Pad genutzt wird, sondern eben auch als Meinungshub das einem wie ein Soziales Netzwerk neue Kontakte vorschlägt anhand der Publikationen der Mitglieder oder zum Beispiel Gesetzesinitiativen der anderen Parteien oder Behörden automatisch vorzugsweise nur an solche Mitglieder verteilt die zu dem Thema schon publiziert haben,und wie Github verschiedene Versionen verwaltet und auch Kombinationen von Weiterentwicklungen zur Wahl stellt ... sich also um die Verwaltung kümmert.

In Island sind die Piraten stark. Dort ist die Regierung schon wieder wegen Filz geplatzt. Es wird vermutlich Neuwahlen geben. Die Chancen stechen gut, das dort eine Piratin Regierungschef wird. Das wird noch mal eine Pressewelle geben ... denke das könnte die letzte Chance der Partei werden.